Scheidung, wenn der andere sich sperrt!

Gerade bei internationalen Scheidungen kommt es auf die Mitwirkung des anderen Ehepartners an. Gibt es keine Kooperation, kann es schwierig werden. Im Einzelfall kann die Scheidung sogar unmöglich werden.

Ehepartner sperrt sich

Oftmals will ein Ehegatte mit dem ‘Kopf durch die Wand’.

Unterstützt wird solches Verhalten dann noch durch manche Anwälte, die aus dem Streit Profit ziehen wollen. Viel Streit bedeutet, maximales Honorar. Das ist so, weil sich der Verdienst des Anwalts nach dem Streitwert richtet. Streit auf allen Ebenen liegt aber gerade nicht im Interesse der Ehepartner.  

Bei einem guten Anwalt steht nicht seine Einkommenssteigerung im Vordergrund, sondern der Vorteil des Mandanten. Selbst bei völlig zerstrittenen Ehepartnern gibt es die Chance, eine sachliche Ebene herzustellen. Danach können sogar schwierige Rechtsfragen friedlich gelöst werden. So können Prozesse über mehrere Instanzen vermieden werden und jeder der Ehepartner kann wieder sein eigenes geregeltes Leben führen. Einvernehmliche Regelungen sind auch im Kosteninteresse der Ehegatten.

Sie werden überrascht sein, wie überschaubar die Kosten für die reine Scheidung sind, also für den Ausspruch des Gerichts ‘die Ehe der Parteien wird geschieden’. Diese Kosten explodieren, wenn sogenannte Scheidungsfolgesachen auftauchen:  

  • Zugewinnausgleich
  • Hausrat
  • Unterhalt
  • Sorgerecht  

Dann kann ein Gerichtsverfahren schnell zu einer „Never-ending-story“ werden, besonders bei den Kosten.  

Woran liegt es aber, dass die Fronten verhärtet sind. Oft sind nicht  unterschiedliche Rechtsansichten der Grund, sondern es geht einfach darum, dem anderen Ehepartner ‘eins auszuwischen’.   Nachfolgend einige Beispiele:  

  • Es wird ein Kind vorenthalten, zu dem der andere Elternteil fraglos ein Umgangsrecht hat.  
  • Es wird Unterhalt verweigert, obgleich dieser zweifellos zu zahlen ist.
  • Es werden Konten aufgelöst ohne dafür Sorge zu tragen zu können, dass der andere am Ertrag beteiligt wird.

Es gibt viele kleine Gemeinheiten, welche die Atmosphäre zwischen den Ehegatten vergiften.  

Ein guter Anwalt führt aus dieser Eskalation heraus. Natürlich gibt es persönliche Verletzungen. Schließlich sind die Beteiligten Menschen und keine Roboter. Aber diese Verletzungen dürfen nicht zu Maxime jeglichen Handelns werden. Vor Gericht „Rache“ zu nehmen, wird nicht gelingen. Das Gericht interessiert sich überhaupt nicht für die Gefühlslage der Beteiligten. Es kann nur nach Recht und Gesetz entscheiden und zwar völlig objektiv.  

Wichtig ist es daher, ein gewisses Einvernehmen zwischen den Beteiligten herzustellen. Dies ist insbesondere bei internationalen Entscheidung wichtig. Durch vertragliche Regelung können gemäß der „Rom-III-Verordnung“ weitreichende Vereinbarungen zwischen den Beteiligten getroffen werden. Zum Beispiel können die Ehepartner das anzuwendende Scheidungsrecht wählen, wenn mehrere Rechtssysteme in Frage kommen. Erst durch diese Wahl kommt manchmal eine Scheidung überhaupt in Betracht.

Beispiel: Wenn ein Deutscher mit einer Frau philippinischer Staatsangehörigkeit verheiratet ist und beide auf den Philippinnen leben, kann ohne Rechtswahlvereinbarung keine Scheidung erfolgen. Dann würde nämlich philippinisches Recht angewendet, das die Scheidung einer einmal geschlossenen Ehe nicht vorsieht. Aufgrund der „Rom-III-Verordnung“ können die Ehepartner dieses Beispiels aber deutsches Recht wählen, wonach die Ehescheidung überhaupt erst möglich wird.  

Auch viele andere Dinge lassen sich sinnvoll nur gemeinsam lösen. Die Frage des Umgangsrechts zum Beispiel. Hier muss ein Kompromiss gefunden werden, dazwischen, wie viel Umgang der eine Elternteil erwartet und wie viel Umgang der andere Elternteil zu geben bereit ist. Natürlich gibt es für all das auch gesetzliche Grundlagen und Gerichtsentscheidung, die richtungsweisend sind. Jedoch sind diese oftmals nicht auf die Bedürfnisse der Kindeseltern zugeschnitten. Eine freie Vereinbarung genügt oder entspricht dem Kindeswohl hier oftmals am besten.  

Wenn die Ehepartner sich gegenseitig nur Steine in den Weg, profitiert am Ende niemand. Die gemeinsamen Kinder leiden unter dem Konflikt, der zwar auf der Paar- Ebene besteht, aber über sie – die Kinder – ausgetragen wird. Die Finanzen der Ehepartner werden in Mitleidenschaft gezogen, da teure Gerichts- und Anwaltskosten aufgebracht werden müssen. Der Rechtsfrieden lässt sich ebenfalls durch jahrelanges prozessieren nur schwer herstellen.  

Daher sind die Ehegatten gut beraten, sich jeweils einen „Ruck“ zu geben und einvernehmen auf allen Ebenen herzustellen.

Kosten sparen bei einer Scheidung Deutschland / Schweiz

Gerade in der Grenzregion Deutschland Schweiz gibt es oft multinationale Ehen. Geht es um die Scheidung stellen sich dann immer 2 Fragen:

Sind deutsche oder schweizerische Gerichte zuständig?

Welches Scheidungsrecht gilt? 

Gerichtliche Zuständigkeit

Ob deutsche Gerichte zuständig sein können ist deswegen wichtig, weil die Scheidungskosten grundsätzlich in der Schweiz viel höher sind, als in Deutschland. Diese hat vor allem damit zu tun, dass die Lebenshaltungskosten in der Schweiz um 50% über dem deutschen Niveau liegen. Die Scheidung in Deutschland kann sogar komplett kostenfrei sein, wenn ein Anspruch auf Verfahrenskostenhilfe existiert.

Ist das Ehepaar mit der Schweiz aufgrund Nationalität oder Aufenthaltsort verbunden, so ist ein deutsches Gericht trotzdem zuständig, wenn

  • einer oder beide Ehegatten Deutscher ist oder bei der Heirat war
  • beide Ehegatten, auch wenn beide Schweizer sind, in Deutschland leben
  • eine Ehegatte in Deutschland lebt

Diese Regeln richten sich nicht nach der Brüssel-II-Verordnung, da die Schweiz im Unterschied zu Deutschland, nicht zur Europäischen Union gehört. Es findet vielmehr das deutsche Gesetz über das Verfahren in Familiensachen Anwendung.  

Welches Scheidungsrecht gilt

Die Frage, welches Recht gilt hat nichts damit zu tun, in welchem Land die Scheidung stattfindet.

Die gute Nachricht: Bei einer deutsch / schweizer Ehe kann frei gewählt werden, ob deutsches oder schweizerisches Scheidungsrecht gilt. Dafür ist nur eine schriftliche Vereinbarung zwischen den Ehegatten nötig, welche vor Einreichung des Antrags auf Ehescheidung getroffen wird. Diese sogenannte „Rechtswahlvereinbarung“ kann von hier ohne Zusatzkosten formuliert werden.

Die Möglichkeit der Rechtswahl ist sehr fair, so können die Ehepartner sich vorher informieren, welche Voraussetzungen und Konsequenzen das jeweilige Scheidungsrecht hat und sie können dann frei entscheiden, welches Recht sie wollen.

Treffen die Ehepartner keine Rechtswahl, so gilt gemäß der sogenannten „Rom-III-Verordnung“

  • das Recht des Staates, in dem die Ehegatten bei Einreichung des Scheidungsantrags leben, oder anderenfalls
  • dem Recht des Staates, in dem die Ehegatten zuletzt gelebt haben, wenn der Wegzug aus diesem Land nicht vor mehr als einem Jahr vor Einreichung des Scheidungsantrags endete und einer der Ehegatten noch in diesem Land lebt, oder anderenfalls
  • dem Recht des Staates, dessen Staatsangehörigkeit beide Ehegatten bei Einreichung des Scheidungsantrags besitzen, oder anderenfalls
  • dem Recht des Staates, in dem der Scheidungsantrag gestellt wird.

Gerne berate ich Sie über die Voraussetzungen und die Folgen einer Ehescheidung nach deutschem Recht. Gerne gebe ich Ihnen auch detaillierten Rat dazu, ob und unter welchen Voraussetzungen sie in Deutschland Verfahrenskostenhilfe beanspruchen können und somit die Scheidung für Sie sogar kostenlos sein kann.  

Wenn der Ehepartner sich nicht trennen will oder die Scheidung ablehnt. Was kann man dagegen machen?

Antwortet Rechtsanwalt Dirk Twitting

 Was kann man tun, wenn ein Ehepartner sich nicht trennen will?

Also, eine Trennung ist immer möglich, auch wann der andere Partner keine Trennung will. Natürlich gibt es dann Schwierigkeiten. Hier geht es auch um Unterhalt während der Trennung, die Zuteilung der Wohnung, den Wohnort der Kinder, das Umgangsrecht betreffend die Kinder usw. Die gesamten Trennungsfolgen kann man über das Gericht regeln.

 Was ist mit der Scheidung? Wie lange dauert die Trennung?

Generell gilt: Nach einem Jahr Trennung kann man geschieden werden. Das passiert, wenn beide Ehepartner geschieden werden wollen. Aber wenn eine Seite gegen die Scheidung ist und es dazu noch gemeinsame, minderjährige Kinder gibt oder wenn der Partner schwer krank ist, dann ist eine schnelle Scheidung nicht möglich. Spätestens nach Ablauf einer Trennungszeit von 3 Jahren wird aber geschieden, egal was der Scheidungsunwillige Ehepartner vorträgt.

 Was ist mit dem Unterhalt während drei Jahren Trennung?

Der Trennungs-Unterhalt wird bis zur Scheidung bezahlt.

 Was passiert, wenn die zweite Seite trotzdem keine Scheidung will?

Nach drei Jahren Getrenntleben wird die Ehe geschieden, auch wenn der andere Ehepartner sich nicht scheiden lassen will.  mehr über Scheidung und Trennunszeit

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Scheidung ohne Anwalt

Eine Scheidung ohne einen Anwalt ist in Deutschland nicht möglich.

Wollen Sie selbst den Antrag auf Ehescheidung bei Gericht stellen, müssen Sie einen Anwalt haben.Das sieht das in Deutschland geltende Verfahrensrecht zwingend vor.

Einen Antrag auf Ehescheidung, den Sie ohne einen Anwalt stellen, ist wirkungslos.Sie können sich aber den zweiten Anwalt sparen, wenn Sie sich mit Ihrem Ehepartner einig sind.

Der Ehepartner, der selbst keinen Antrag auf Scheidung stellt, der also der Scheidung nur zustimmen will, braucht keinen Anwalt.

Das ist aber nur eine von vielen Möglichkeiten, bares Geld zu sparen. Alle Details, wie Sie bei Ihrer Scheidung sparen können, sind von der Online-Kanzlei Twitting unter Scheidungskosten sparen zusammengestellt.Die Online-Kanzlei Twitting bietet Ihnen darüber hinaus:

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